Ingenieurbüro H. Mayer
Entwicklung-Vertrieb von KFZ – Lehrmitteln
In der Siedlung 20
D - 74592 Lendsiedel
Tel.
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Fax 07954 / 925926
D1 0171 / 4461911

Seit mehr als hundert Jahren haben
Verbrennungsmotoren ein einfaches, aber widersinniges Steuerteil - die
Drosselklappe. Die Drosselklappe, deren verlustreiche Funktion schon im Namen
steckt, wird gebraucht, um die Motoren nicht nur unter Vollast betreiben zu
können. Die Drosselklappe, eingebaut im Ansaugtrakt, bestimmt mit ihrer
Öffnung das Volumen an Luft bzw. zündfähigem Gemisch, dass in den Zylinder
gelangt. Die Stellung der Drosselklappe regelt der Fahrer mit dem Gaspedal.
Unbefriedigend an dieser Lösung sind die Verluste, die durch unerwünschte
Verwirbelungen vor allem im Teillastbereich (teilweise geöffnete Drosselklappe)
entstehen.
Vorbild Mensch
Der Vergleich mit dem Menschen macht die
Wirkungsweise der VALVETRONIC leicht verständlich: Bei hoher Anstrengung atmet
der Mensch tief und lang. Braucht er weniger Luft, drosselt er nicht etwa die
Luftzufuhr indem er sich die Nase oder den Mund etwas zuhält, sondern er atmet
dann einfach kürzer und flacher. Beim herkömmlichen Verbrennungsmotor
entspricht die Drosselklappe der etwas zugehaltenen Nase oder Mund. Die
VALVETRONIC mit ihrem mal großem Ventilhub (= tiefes, langes Atmen), mal
kleinem Ventilhub (= flaches, kurzes Atmen) hingegen ermöglicht es, wie
die Natur lehrt zu atmen – immer bedarfsgerecht, ohne Drosselung und damit am
effizientesten.
BMW bringt jetzt den ersten Motor, der ohne die Drosselklappe auskommt. Die
so genannte Valvetronic verändert den Ventilhub per Elektromotor in drei
Millisekunden von 0 bis 9,7 Millimeter und merzt Zeitverzögerungen vom Gasgeben
bis zum Beschleunigen aus. Zusätzlich wird der Kraftstoffnebel im engen
Ventilschlitz feiner zerstäubt und verbrennt sauberer. Und der Spareffekt von
mindestens zehn Prozent bei Teillast setzt, anders als die
Benzin-Direkteinspritzung, kein schwefelfreies Benzin voraus.

Die Valvetronic hat nun die Drosselklappe abgeschafft. Künftig wird die
Funktion der Drosselklappe beim BMW vom Einlassventil (1) übernommen. Das
Einlassventil wird nicht direkt von der Nockenwelle (2) angetrieben, sondern
über einen Zwischenhebel (4) der vertikal neben der Nockenwelle angeordnet ist.
Der Zwischenhebel trägt in der Mitte eine Rolle, auf der der Nocken abläuft.
Sein unteres Ende sitzt auf der Rolle des Schlepphebels auf, oben stützt sich
der Hebel über eine zweite Rolle an einer Exzenterwelle (3) ab. Je nach
gewünschtem Lastzustand des Fahrer, verdreht ein Elektromotor diese
Exzenterwelle. Der Zwischenhebel überträgt die Drehung der Nocken, abhängig von
der Stellung dieser Welle, auf das Ventil. Im Ergebnis ist also der Hub
variabel. Bei wenig Gas hat das Ventil auch nur wenig Hub, bei Vollgas
öffnet das Ventil weiter.

Compact-Vierzylinder: Zylinderkopf mit der Hubverstellung der Einlassventile auf der rechten Seite, während die Auslassventile links normal über Rollenkipphebel betätigt werden. Ganz oben der Stellmotor mit Schneckenantrieb für die Hubverstellung.

Angaben zum Verbrauch:
BMW gibt im kundenrelevanten
Einsatz eine Verbrauchsreduzierung von mindestens zehn Prozent an. Der 316i
compact mit seinem 115-PS-Motor sei 201 km/h schnell und verbrenne im EU-Zyklus
nur 6,9 Liter Super auf 100 Kilometern. Das sind genau 0,7 Liter weniger, als
das Vorgängermodell mit 10 PS weniger verbraucht. Der neue BMW sei um
mindestens einen Liter sparsamer als alle seine Wettbewerber, sagt BMW. Weil er
die Emissionsstufe EU3/D4 erreicht, bekommen die deutschen Käufer dafür sogar
noch einen Steuerbonus von einmalig 600 Mark.
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